Bootsfahrt in Prag: Die besten Bootsoptionen auf der Moldau
Ing. Zuzana Manová · 2026-04-25
Die Moldau fließt mitten durch Prag, und die meisten Besucher sehen sie von oben — von der Karlsbrücke, vom Burgberg, von den Geländern der Uferpromenade. Schade eigentlich. Vom Wasser aus sieht die Stadt ganz anders aus: Die Türme und Brücken erscheinen in ihrer richtigen Proportion, die Hügel fügen sich plötzlich zusammen. Ich empfehle meinen Gästen fast immer, sich wenigstens eine Stunde aufs Wasser zu trauen. Es lohnt sich jedes Mal.

Ruderboote und Tretboote — der klassische Prager Ausflug
Der günstigste und meiner Meinung nach schönste Weg auf die Moldau ist ein gemietetes Ruder- oder Tretboot. Den wichtigsten Verleih gibt es am Slovanský ostrov (auch Žofín-Insel genannt), der kleinen Flussinsel unmittelbar südlich des Nationaltheaters. Boote sind von April bis Oktober erhältlich, wetterabhängig. Ein Ruderboot kostet etwa 150–180 CZK für dreißig Minuten, Tretboote ähnlich.
Was ich daran mag: die Freiheit. Kein fester Abfahrtsplan, kein Kommentar, keine Gruppe. Man rudert, wohin man möchte — flussaufwärts Richtung Palacký-Brücke mit dem Blick auf Vyšehrad, oder flussabwärts unter der Jiráskův-Brücke hindurch, mit der Burg im Rücken. Früh morgens oder an einem Wochentagnachmittag hat man weite Strecken des Flusses fast für sich allein.
Ein zweiter Verleih befindet sich nahe der Čechův-Brücke am linken Ufer, gut für den ruhigeren Abschnitt Richtung Norden. Große Touristenattraktion ist das nicht: die Boote sind schlicht, die Stege sind bescheiden, niemand drückt einem eine Karte in die Hand. Für mich genau das Richtige.
Moldau-Rundfahrten — für Erstbesucher und schöne Sommertage
Mehrere Anbieter betreiben regelmäßige Rundfahrten von der Uferpromenade nahe der Čechův-Brücke und dem Rašínovo nábřeží. Eine Standardrundfahrt dauert ein bis zwei Stunden und führt entlang des Hauptabschnitts zwischen Vyšehrad und der Eisenbahnbrücke im Norden — dabei passiert man die Karlsbrücke in beiden Richtungen. Der Preis liegt in der Regel bei 350–500 CZK pro Erwachsenem für eine einstündige Fahrt.
Der größte Anbieter ist Prague Boats, der verglaste und Freideck-Schiffe betreibt, die mehrmals täglich ablegen. Für Erstbesucher ist die einstündige Kommentarfahrt die unkomplizierteste Wahl — Burgpanorama, Vyšehrad-Felsen, Uferarchitektur, kein Aufwand. Tickets gibt es direkt am Pier.
Am schönsten an klaren Tagen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht auf der Burg am wärmsten ist. Im Hochsommer lieber den Mittag meiden — flaches Licht, volle Boote.
Abendfahrten und Dinner-Cruises
Für einen besonderen Abend lohnt sich eine Dinner-Cruise. Mehrere Anbieter starten zwei- bis dreistündige Fahrten von der zentralen Uferpromenade, typischerweise um 19:00 oder 19:30 Uhr. Das Schiff gleitet langsam an der illuminierten Stadt vorbei, während ein Menü zum Festpreis serviert wird.
Wer Prag noch nie bei Nacht vom Wasser aus gesehen hat, sollte das nachholen. Die Burg spiegelt sich im Fluss, das Licht liegt anders als tagsüber, und man hat zwei Stunden Zeit, das einfach zu genießen. Die Preise liegen je nach Anbieter und Menü zwischen etwa 900 und 1.400 CZK pro Person — das Essen ist solide, aber nicht der Grund für die Fahrt. Für Paare oder alle, die einen ruhigen Abend ohne Kampf um einen Restauranttisch in der Altstadt suchen, ist das wirklich schön. Im Juli und August lohnt sich eine Vorabreservierung; in der Nebensaison reicht meist auch kurzfristig.
Pražské Benátky — Gondelboote und Wassertaxis
Pražské Benátky (Prager Venedig) betreibt überdachte Gondelboote entlang der Čertovka in der Kleinseite — dem schmalen Kanal, der hinter der Kampa-Insel verläuft und manchmal als das Kleine Venedig von Prag bezeichnet wird. Der Kanal ist nur wenige hundert Meter lang, aber die Kulisse ist ungewöhnlich: alte Mühlgebäude auf beiden Seiten, langsam drehende Wasserräder, der Stadtlärm gedämpft hinter den Mauern. Es ist ruhig auf eine Art, die man im Prager Zentrum kaum findet. Die Abfahrten erfolgen von der Anlegestelle nahe dem Kampa-Museum und dauern etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten.
Pražské Benátky betreibt außerdem Wassertaxis zwischen verschiedenen Punkten am Fluss — praktisch, wenn man zwischen der Kleinseite und der Altstädter Uferpromenade wechseln möchte, ohne den Umweg über eine Brücke zu nehmen.
Kajak auf der Moldau
Wer es aktiver mag: Kajak- und Kanuverleih gibt es nahe dem Císařský ostrov (Kaiserinsel) im Stadtbezirk Troja im nördlichen Prag. Dieser Flussabschnitt ist ruhiger und weniger befahren als die zentrale Uferpromenade. Die Insel selbst ist ein Naturschutzgebiet mit altem Auwald — mitten in der Stadt, aber überraschend still. Halbtagsmieten kosten ab etwa 400–600 CZK pro Kajak.
Die Route vom Císařský ostrov Richtung Stadtmitte führt durch einen grünen, stillen Flussabschnitt, bevor die städtische Uferpromenade bei Holešovice wieder beginnt — je nach Tempo etwa zwei bis drei Stunden. Von hier starten auch mehrtägige Moldaufahrten in Richtung Süden: Von Prag bis Český Krumlov lässt sich der Fluss über mehrere Tage paddeln, mit Campingplätzen und Bootsrückgabestellen entlang der Strecke. Wer eine Woche hat, sollte das in Betracht ziehen.
Was kostet eine Bootsfahrt in Prag?
| Option | Preis (ca.) | Dauer |
|---|---|---|
| Ruderboot / Tretboot mieten | 150–200 CZK | 30 Minuten |
| Sightseeing-Rundfahrt | 350–500 CZK / Person | 1–2 Stunden |
| Dinner-Cruise | 900–1.400 CZK / Person | 2–3 Stunden |
| Čertovka-Kanalfahrt (Pražské Benátky) | 200–300 CZK / Person | 15–20 Minuten |
| Kajak-Verleih (Císařský ostrov) | 400–600 CZK / Kajak | halber Tag |
Wann ist die beste Zeit für eine Bootsfahrt in Prag?
Die Saison läuft von April bis Oktober. Mai, Juni und September sind am angenehmsten: warm genug für draußen, lange Tage, weniger Betrieb auf dem Wasser als im Hochsommer. Im Juni liegt das Licht am späten Nachmittag flach über Hradčany, golden und langgestreckt — vom Wasser aus ist das wirklich besonders.
Juli und August eignen sich gut für Abendfahrten, wenn die Mittagshitze nachgelassen hat. Im Frühjahr kann es auf dem Wasser kalt sein — eine Jacke einpacken, auch an Tagen, die an Land warm wirken. Der Fluss ist spürbar kühler als die Stadtstraßen. An Wochenenden im Hochsommer empfiehlt sich ein früher Start beim Ruderbootverleih am Slovanský ostrov; an Wochentagen morgens ist es fast immer unkompliziert.
Einen ganzen Tag rund um den Fluss planen?
Ich kombiniere eine Stunde auf dem Wasser gerne mit einer Führung durch die Kleinseite, Kampa und die Uferpromenade — die Viertel, die am meisten Sinn ergeben, wenn man sie gerade von unten gesehen hat.