Geld wechseln in Prag: Revolut, Bankautomaten und die Fallen, die Sie kennen sollten
Ing. Zuzana Manová · 2026-04-14
Tschechien hat seine eigene Währung behalten — trotz EU-Mitgliedschaft seit über zwanzig Jahren. Die Tschechische Krone ist seit Jahrzehnten stabil, und ehrlich gesagt verstehen die meisten Tschechen gar nicht, warum man sie aufgeben sollte. Grob gesagt: Ein Euro bringt Ihnen rund 25 Kronen, ein US-Dollar etwa 23. Diese Zahlen schwanken etwas von Woche zu Woche, aber nie dramatisch.
Die praktische Frage jedes Besuchers: Wie kommt man eigentlich an Kronen, ohne dabei einen guten Teil davon an einen schlechten Wechselkurs zu verlieren? Ich führe seit 40 Jahren Menschen durch Prag — das Thema Geldwechsel kommt auf fast jeder Tour zur Sprache.
Die ehrliche Antwort: Revolut besorgen
Wer bereits eine Revolut-Karte hat, ist mit dem Lesen eigentlich schon fertig. Einfach überall in Prag damit zahlen. Wenn Sie Bargeld brauchen: an einem tschechischen Bankautomaten abheben, und Sie bekommen einen Kurs sehr nahe am echten Interbank-Kurs — ohne versteckten Aufschlag.
Ich empfehle das fast jedem, den ich durch Prag führe: Revolut vor der Reise einrichten. Das dauert etwa zwanzig Minuten, funktioniert weltweit, und über eine Woche in Prag spart es tatsächlich spürbares Geld — keine Centbeträge, sondern echtes Geld. Wise (früher TransferWise) ist fast genauso gut. Gleiches Prinzip: der echte Marktkurs, minimale Gebühren, keine bösen Überraschungen am Ende des Urlaubs.
Eine Revolut-Regel, die man sich merken sollte
Wenn Sie in Prag Bargeld abheben, wählen Sie immer Tschechische Kronen (CZK) als Abrechnungswährung — nicht Ihre Heimatwährung. Der Automat wird Sie fragen. Sagen Sie nein zur Umrechnung. Warum das so wichtig ist, steht gleich unten.
Kein Revolut? Eine normale Debitkarte an einem tschechischen Bankautomaten in der Innenstadt funktioniert gut. Achten Sie auf Česká spořitelna (grünes Logo), Komerční banka oder ČSOB. Diese geben Ihnen den marktüblichen Kurs plus die Gebühr Ihrer Heimatbank — meistens vertretbar.
Die Fallen — ein paar kennt man wirklich nicht
Prag ist in den meisten Bereichen eine sichere Stadt. Der Geldwechselmarkt ist nicht gefährlich im eigentlichen Sinne. Aber es gibt Praktiken, die legal sind, weit verbreitet — und darauf ausgelegt, Ihnen still und leise Geld wegzunehmen. Das sind keine seltenen Ausnahmen. Das passiert täglich hunderten von Besuchern.
Drei Dinge, auf die man achten sollte
- Die "Null-Provision"-Falle. Wechselstuben am Wenzelsplatz und rund um den Altstädter Ring werben mit "0 % Provision" in riesigen Lettern. Was sie nicht zeigen, ist der Wechselkurs, den sie selbst festlegen. Eine Wechselstube ohne Provision bei 19 Kronen pro Euro ist weit schlechter als eine mit 2 % Provision beim echten Kurs von 25. Immer den tatsächlichen Kurs prüfen, nicht die Provisionsangabe. Die Provision ist eine Ablenkung.
- Dynamische Währungsumrechnung (DCC). Das ist die Falle, in die die meisten tappen. An Geldautomaten und Kartenterminals erscheint manchmal ein Bildschirm, der fragt, ob Sie in Ihrer Heimatwährung — Euro, Pfund, Dollar — zahlen möchten statt in Tschechischen Kronen. Immer ablehnen. Wer zustimmt, bekommt den hauseigenen Kurs des Geräts, der in der Regel 5 bis 10 Prozent schlechter ist als der Kurs Ihrer Bank. Kronen wählen, die Umrechnung der eigenen Bank überlassen. Diese Falle kostet Touristen in Prag jeden Tag bares Geld — und die meisten merken es nicht einmal.
- Wechselstuben am Flughafen. Die Kurse dort sind verlässlich schlecht — das ist an fast jedem Flughafen der Welt so. Wer bei der Ankunft Bargeld braucht: lieber einen Bankautomaten nutzen, Česká spořitelna oder ČSOB statt Euronet. Noch besser: 500 bis 1000 CZK schon von zu Hause mitbringen, wenn die Hausbank Tschechische Kronen vorab bestellen kann.
Wo man in Prag wirklich an Kronen kommt
Grob nach Qualität des Deals geordnet:
- Revolut oder Wise — bester Kurs, kein Aufwand, funktioniert an jedem Automaten und Zahlungsterminal in der Stadt
- Bankautomaten tschechischer Banken in der Innenstadt — Česká spořitelna, Komerční banka, ČSOB. Am besten gleich etwas mehr abheben, um die Gebühr Ihrer Heimatbank nicht mehrfach zu zahlen.
- Seriöse Wechselstuben — es gibt sie. Bestimmte Interchange-Filialen und einige andere Anbieter im Stadtzentrum bieten faire Kurse. Immer erst die tatsächliche Kurstabelle prüfen, bevor man Geld übergibt.
- Das Hotel — meist etwas schlechter als ein Bankautomat, aber deutlich besser als der Flughafen.
Meiden: Euronet-Automaten, Wechselstuben direkt auf touristischen Plätzen, alles, das mit "bester Kurs in Prag" wirbt, ohne eine sichtbare Kurstabelle draußen.
Braucht man überhaupt Bargeld?
Immer seltener. Prag hat sich beim Kartenzahlen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die meisten Restaurants, Läden, Straßenbahnen und Supermärkte nehmen Karten. Das Nahverkehrssystem läuft heute vollständig über die Lítačka-App oder kontaktloses Bezahlen.
Bargeld braucht man noch für kleinere Kneipen, die noch nicht umgestellt haben, für Marktstände, den einen oder anderen Taxifahrer und fürs Trinkgeld. Eine Reserve von 1000 bis 2000 CZK — rund 40 bis 80 Euro — reicht für die meisten Aufenthalte. Bei Bedarf an einem Stadtautomaten nachholen. Nur nicht an den Euronet-Geräten auf den Touristenplätzen.
Noch ein Hinweis: alte Scheine
Manche Besucher bringen noch Tschechische Kronen von einer früheren Reise mit oder bestellen sie bei der Hausbank. Es lohnt sich zu prüfen, ob die Scheine noch aktuell sind — ein paar Stückelungen wurden im Laufe der Jahre neu gestaltet, und sehr alte tschechische Scheine werden von Geschäften manchmal nicht mehr angenommen. Im Zweifel: bei einer tschechischen Bankfiliale vorbeigehen, wenn man angekommen ist. Die tauschen das problemlos um.
Mit Geld in Prag klappt es eigentlich gut, sobald man die zwei, drei Dinge kennt, die man meiden sollte. Revolut vor der Reise einrichten, an jedem Zahlungsterminal immer Kronen wählen, und an den Wechselstuben am Wenzelsplatz einfach vorbeigehen. Das deckt das Meiste ab.